Screening "Das Verschwinden des Josef Mengele"
Am 27. Januar 2026, dem Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus, veranstaltete der Arbeitskreis Sprechende Vergangenheit in Kooperation mit den Fachschaftsräten Kunstgeschichte/Filmwissenschaft und Geschichte der Friedrich-Schiller-Universität Jena ein Filmscreening des Spielfilms "Das Verschwinden des Josef Mengele."
Die Zusammenarbeit mit den Studierenden erwies sich als ebenso produktiv wie tragfähig. Gezeigt wurde der Film von Kirill Serebrennikov aus dem Jahr 2025 im Kino Schillerhof. Ergänzt wurde die Vorführung durch ein Filmgespräch mit dem Produzenten und Geschäftsführer der LUPA-FILM, Felix von Boehm, das den Blick auf Entstehungskontext und filmische Umsetzung lenkte.
Der Film selbst folgt keiner klassischen Täterbiographie, sondern setzt auf eine zurückhaltende, bisweilen sperrige Annäherung an das Weiterleben eines der bekanntesten NS-Verbrecher nach 1945. Gerade darin liegt seine Stärke: Er verweigert einfache Dramatisierungen und eröffnet stattdessen einen Raum, in dem sich Fragen nach Schuld, Verdrängung und Erinnerung stellen.
Bemerkenswert war die große Resonanz auf die Veranstaltung. Insbesondere die Beteiligung zahlreicher Jugendlicher aus ganz Thüringen verweist auf ein anhaltendes Interesse an historischen Themen und besonders ein Interesse an diesem Thema, das durch geeigneteFormate erreicht und verstärkt werden muss.
So verband der Abend filmische Analyse mit historischer Reflexion. Er zeigte, dass Erinnerungskultur nicht allein im Rückblick besteht, sondern auch in der fortwährenden Auseinandersetzung mit ihren Formen und darin, neue Zugänge zu eröffnen, die insbesondere jüngere Generationen einbeziehen.